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Herbstlese 2017 mit Dmitrij Kapitelman am 18.10.2017, 18:30 h
 

Das Lächeln meines unsichtbaren Vaters

Kann ein Russische-Spezialitäten-Laden in Leipzig ein Zuhause sein? Dort verbringt Leonid Kapitelman seine Tage, bis sein Sohn wissen will, wohin sein meist griesgrämiger, dann wieder die ganze Welt umarmender Erzeuger eigentlich gehört. Also machen sie sich auf eine Reise in eine unbekannte Heimat.
Bevor Dmitrij Kapitelman die Idee hat, mit seinem Vater nach Israel zu reisen, waren ihre einzigen gemeinsamen Ausflüge die zum örtlichen Kaufland - damals in den Neunzigern, als sie in einem sächsischen Asylbewerberheim wohnten und man die Nazis noch an den Glatzen erkannte. Inzwischen verkauft der Vater Pelmeni und Krimsekt und ist in Deutschland so wenig heimisch wie zuvor in der Ukraine. Ein Mann mit übervollem Herzen, der behauptet, an nichts zu glauben. Vielleicht, denkt sein Sohn, findet er ja im Heiligen Land eine Heimat - oder ein neues Selbstverständnis in seiner jüdischen Identität. Und was ist mit ihm selbst?
Kontingentflüchtling, halber Jude, ukrainischer Pass, in Berlin gelandet. Wohin gehört er eigentlich?

Das Lächeln meines unsichtbaren Vaters ist ein sehnsuchtsvoller und zum Verzweifeln komischer Spaziergang auf einem Minenfeld der Paradoxien. Und die anrührende Liebeserklärung eines Sohnes an seinen Vater.

Ausgezeichnet mit dem Klaus-Michael Kühne-Preis für das beste Romandebüt 2016
 


 (c) Nadine Kunath 
 

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